Blog · 21. August 2026 · aktualisiert 5. Oktober 2026

WordPress mehrsprachig einrichten: Anleitung in sechs Schritten mit hreflang-Test

WordPress mehrsprachig mit Polylang, WPML oder Weglot einrichten, Schritt für Schritt, mit hreflang-Prüfung im Quelltext und den Herstellerpreisen mit Stichtag.

Sie brauchen ein Plugin, das Sprachversionen anlegt und miteinander verknüpft. Die Einrichtung geht in sechs Schritten. Der letzte Schritt ist der Test, ob die Sprachversionen sich gegenseitig richtig ausweisen.

Eine zweite Sprache ist schnell installiert und ebenso schnell falsch verbunden: Der Umschalter funktioniert, aber Google erfährt nicht, welche Seite zu welcher gehört.

Schritt für Schritt: WordPress mehrsprachig einrichten

  1. Sichern. Vollsicherung von Dateien und Datenbank, am besten arbeiten Sie auf einer Staging-Kopie. Ein Sprach-Plugin legt Verknüpfungen zwischen Seiten an und verändert Menüs; ohne Sicherung gibt es kein sicheres Zurück.
  2. Sprachstruktur festlegen. Entscheiden Sie vor der Installation: Standardsprache, Zielsprachen und Adressform. Üblich ist ein Verzeichnis je Sprache (ihre-domain.de/en/). Polylang nennt in seiner Funktionsübersicht Unterverzeichnisse, Subdomains und getrennte Domains als Möglichkeiten. Eine spätere Änderung bedeutet neue Adressen und Weiterleitungen (unsere Einschätzung), deshalb jetzt festlegen.
  3. Plugin wählen und einrichten. Vergleich und Preise stehen im nächsten Abschnitt. Nach der Installation legen Sie die Standardsprache und die Zielsprachen im Plugin an und wählen die Adressform aus Schritt 2.
  4. Inhalte übersetzen. Legen Sie je Seite die Übersetzung über das Plugin an, damit beide Fassungen verknüpft sind. Die Texte liefern Sie, ein Übersetzungsdienst oder die Übersetzungsfunktion des Plugins. Ob eine Maschinenübersetzung für Ihre Seite reicht, entscheiden Sie inhaltlich. Dazu gehört alles außer dem Haupttext: Menü je Sprache, Footer, Widgets, Formulare samt Fehlermeldungen, E-Mail-Vorlagen und die Pflichtseiten. Was in der Fremdsprache auf Impressum und Datenschutz gehört, klärt der Ratgeber zum englischen Impressum.
  5. Sprachumschalter setzen. Er gehört an eine feste Stelle, die auf jeder Seite gleich aussieht, zum Beispiel ins Menü oder in den Footer. Er soll von jeder Seite auf deren Übersetzung führen. Gibt es keine, ist die Startseite der Zielsprache der Ersatz.
  6. hreflang testen. Das ist der Abschnitt gleich unten. Erst wenn der Test besteht, sind die Sprachversionen richtig verbunden.

Polylang, WPML oder Weglot: Preise und Umfang

Die Preise stammen von den Herstellerseiten, abgerufen am 05.10.2026. Sie ändern sich; prüfen Sie vor dem Kauf die verlinkte Seite.

PluginKosten laut HerstellerDazu gehört laut HerstellerQuelle
Polylangkostenlose Version auf wordpress.orgFunktionsvergleich Free und Pro auf der Preisseitepolylang.pro
Polylang Proab 99 € pro Jahr, ohne Mehrwertsteuerein Jahr Updates und Support, Verlängerung mit 50 % Nachlasspolylang.pro
WPML „Multilingual Blog“39 €eine Produktivseite, ein Jahr Support und Updates; ohne String-Übersetzung und Seitenbuilder-Unterstützungwpml.org
WPML „Multilingual CMS“99 €drei Produktivseiten; String-Übersetzung, Seitenbuilder, WooCommerce, Menüs; 22.500 Wörter KI-Übersetzungwpml.org
WPML „Multilingual Agency“199 €unbegrenzt viele Seiten; 45.000 Wörter KI-Übersetzungwpml.org
Weglot „Starter“15 € im Monat oder 150 € im Jahr, ohne Mehrwertsteuer10.000 übersetzte Wörter, eine Zielspracheweglot.com
Weglot „Business“29 € im Monat oder 290 € im Jahr, ohne Mehrwertsteuer50.000 Wörter, drei Zielsprachenweglot.com
Weglot „Pro“79 € im Monat oder 790 € im Jahr, ohne Mehrwertsteuer200.000 Wörter, fünf Zielsprachenweglot.com

Die Preisseiten nennen dazu:

  • WPML: Läuft die Lizenz ab, arbeitet das Plugin weiter und die Übersetzungen bleiben sichtbar, Updates gibt es dann nicht mehr. Der Hersteller nennt 30 Tage Geld-zurück-Garantie.
  • Polylang: Support schließt laut Hersteller keine Konflikte mit Theme oder Fremd-Plugins ein.
  • Weglot: Die Wortgrenze ist laut Hersteller fest und erneuert sich nicht. Es gibt eine 14-tägige kostenlose Testphase und einen kostenlosen Tarif mit 2.000 Wörtern und einer Zielsprache. Auch größere Tarife (Advanced, Extended) und ein Enterprise-Angebot existieren.

Unsere Einschätzung, keine Herstellerangabe: Je verschachtelter Theme und Seitenbuilder, desto eher lohnt sich ein Blick in die Kompatibilitätslisten der Hersteller, bevor Sie sich festlegen. Weglot rechnet nach Wörtern, WPML und Polylang nach Lizenz; bei vielen Inhalten und mehreren Sprachen sind die Modelle schwer vergleichbar. Rechnen Sie mit Ihren echten Wortzahlen.

hreflang testen: so prüfen Sie es selbst

hreflang sagt Google, welche Seiten Übersetzungen voneinander sind. Google schreibt, dass es Sprachversionen auch ohne diesen Hinweis finden kann, das beste Ergebnis aber in der Regel mit expliziten Angaben erzielt werde (Quelle in den Belegen unten). Ob Ihr Plugin die Zeilen setzt, sehen Sie nur im Quelltext.

  1. Quelltext öffnen. Rufen Sie eine deutsche Seite auf, Rechtsklick, „Seitenquelltext anzeigen“, Suche nach hreflang.

  2. Zeilen prüfen. Erwartet wird je Sprachversion eine Zeile dieser Form, auch für die Seite selbst:

    <link rel="alternate" hreflang="de"
      href="https://ihre-domain.de/seite/" />
    <link rel="alternate" hreflang="en"
      href="https://ihre-domain.de/en/page/" />

    Die Adressen müssen vollständig sein, mit https:// und Domain; /seite/ allein reicht laut Google nicht.

  3. Rückverweise prüfen. Öffnen Sie die englische Seite und suchen Sie wieder nach hreflang. Dieselben Einträge müssen dort stehen, auch der Verweis zurück auf die deutsche Seite. Fehlt er, werden die Angaben laut Google möglicherweise ignoriert.

  4. Sprachcodes prüfen. Erlaubt sind Sprache (de, en) und optional Region (en-GB). Eine Region allein ist ungültig.

  5. x-default prüfen. Google empfiehlt den Eintrag hreflang="x-default" für Nutzer, deren Sprache keine Version abdeckt; er ist laut Google für Seiten zur Sprachauswahl gedacht.

  6. Doppelte Quellen ausschließen. Stehen die Zeilen mehrfach oder widersprüchlich im Quelltext, setzen vermutlich Sprach-Plugin, SEO-Plugin und Theme sie gleichzeitig (unsere Einschätzung). Schalten Sie die Ausgabe bei allen bis auf einem ab. Google rät, nicht alle drei Methoden (HTML, HTTP-Header, Sitemap) parallel zu pflegen.

  7. Wiederholen Sie Schritt 1 bis 5 auf zwei, drei weiteren Seiten, etwa einer Übersicht und einem Beitrag.

  8. Search Console: Reichen Sie die Sitemap ein und prüfen Sie nach einigen Wochen unter den indexierten Seiten, ob die Sprachversionen aufgenommen sind. Wann das geschieht, ist nicht vorhersagbar.

Wer viele Seiten prüft, findet in der Google-Dokumentation Hinweise auf Prüfwerkzeuge von Drittanbietern; Google pflegt sie nicht selbst.

Wo Selbermachen aufhört

Das schaffen Sie selbst: eine kleine Seite mit wenigen Seiten, einer Zielsprache und Standard-Theme, bestückt mit Polylang oder WPML, mit gesetztem Umschalter und bestandenem Test oben.

Hier wird es heikel (unsere Praxiserfahrung):

  • Theme oder Builder spielt nicht mit: Texte erscheinen nur auf Deutsch.
  • Viele bestehende Seiten: Zuordnung und Weiterleitungen müssen stimmen.
  • Mehrere hreflang-Quellen, die sich widersprechen.
  • Mehr als zwei Sprachen oder Regionsvarianten wie en-GB und en-US.

Ehrliche Grenze: Eine saubere Technik sagt nichts über die Qualität Ihrer Übersetzung und garantiert keine Platzierung in der Zielsprache.

Wenn Sie das lieber abgeben: Die Mehrsprachigkeit-Einrichtung kostet 449 € Festpreis. Sie umfasst Systemempfehlung, Sprach-URLs mit hreflang, Navigation, Sprachumschalter, Muster-Übersetzung von zehn Seiten und einen Leitfaden. Eine Platzierung sagen wir nicht zu.

Rechtlich: Impressum in der Fremdsprache

Ob Impressum und Datenschutz in der zweiten Sprache vorliegen müssen, ist eine Rechtsfrage und hängt von Ihrer Seite ab. Der Ratgeber Impressum auf Englisch: brauche ich das? ordnet die Vorschriften ein; das ist keine Rechtsberatung.

Belege und Quellen (abgerufen am 05.10.2026)
AussageQuelleStand
hreflang: Selbst und alle Versionen auflisten, Rückverweise nötig, vollständige URLs mit https, x-default, typische Fehler, Duplikat nur bei nicht übersetztem Hauptinhalt, Google findet Versionen auch ohne Hinweis, drei Methoden nicht gleichzeitig nötigGoogle Search Central: Google über lokalisierte Versionen deiner Seite informierenSeite zuletzt aktualisiert 22.09.2026
WPML: Tarife 39 €, 99 €, 199 €; Funktionen je Tarif; Verhalten nach Ablauf der Lizenz; 30 Tage Geld-zurückWPML Pricingabgerufen 05.10.2026
Polylang: kostenlose Version, Pro ab 99 € pro Jahr ohne Mehrwertsteuer, 50 % Nachlass bei Verlängerung, Support-Umfang, Sprach-URL-FormenPolylang Pricingabgerufen 05.10.2026
Weglot: Tarife Starter, Business, Pro mit Monats- und Jahrespreis ohne Mehrwertsteuer, Wort- und Sprachgrenzen, Testphase, Gratis-TarifWeglot Pricingabgerufen 05.10.2026

Die Anbieter ändern Preise und Funktionen. Prüfen Sie vor einer Entscheidung die verlinkte Seite. Hinweise zu Sicherung, Reihenfolge und Selbermach-Grenze sind unsere Praxiserfahrung, keine Quellenangabe.

Häufige Fragen

Kann ich WordPress mehrsprachig machen, ohne Plugin?

Technisch ja, etwa mit getrennten WordPress-Installationen je Sprache. Dann müssen Sie die Seiten selbst verknüpfen und die hreflang-Angaben selbst pflegen. Für eine Seite mit einer zweiten Sprache ist ein Plugin der übliche Weg; das ist unsere Einschätzung.

Was kostet WordPress mehrsprachig?

Das hängt vom Plugin ab. Stand 05.10.2026 nennen die Hersteller: WPML ab 39 € (mit einem Jahr Support und Updates), Polylang Pro ab 99 € pro Jahr ohne Mehrwertsteuer, Weglot ab 15 € im Monat ohne Mehrwertsteuer. Polylang gibt es zusätzlich kostenlos. Die Tabelle im Beitrag zeigt, was in den Tarifen steckt.

Was ist hreflang?

Ein Eintrag im Kopf jeder Seite, der Google mitteilt, welche anderen Sprachversionen es von dieser Seite gibt. Jede Version muss sich selbst und alle anderen auflisten, und die Verweise müssen in beide Richtungen stehen, sonst werden sie möglicherweise ignoriert (Google Search Central, Stand 22.09.2026).

Muss ich hreflang überhaupt setzen?

Google schreibt, dass es andere Sprachversionen auch ohne Hinweis finden kann, das beste Ergebnis erziele man aber in der Regel mit expliziten Angaben (Google Search Central, Stand 22.09.2026). Ein Ranking-Gewinn ist damit nicht belegt.

Sind übersetzte Seiten für Google doppelter Inhalt?

Laut Google gelten lokalisierte Versionen nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt der Seite nicht übersetzt wurde (Search Central, Stand 22.09.2026). Wer nur Menü und Footer übersetzt, den Rest aber auf Deutsch lässt, fällt darunter.

Muss mein Impressum auf Englisch sein?

Das ist eine Rechtsfrage, die wir nicht beantworten. Eine Entscheidungshilfe mit den einschlägigen Vorschriften steht im Ratgeber zum englischen Impressum.