Abmahn-Infos · Stand Oktober 2026
TYPO3 zu WordPress, Joomla zu WordPress: wann sich die CMS-Migration lohnt und was erhalten bleibt
TYPO3 zu WordPress, Joomla zu WordPress oder eine andere CMS-Migration: wann der Wechsel lohnt, was mitkommt und was neu gebaut wird, Supportzeiträume mit Quelle und Datum und ein Selbsttest zum Abhaken.
Der Wechsel von TYPO3, Joomla, Drupal oder Contao zu WordPress lohnt sich, wenn Ihre Version keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr bekommt und das Upgrade im alten System ohnehin ein eigenes Projekt wäre, oder wenn Ihr Team Inhalte nicht selbst pflegen kann. Texte, Bilder, Kategorien und Adressen (per 301-Weiterleitung) kommen mit; Design-Vorlagen und Erweiterungen werden in WordPress neu gebaut. Wie groß das bei Ihrer Seite wird, sagt die kostenlose Ersteinschätzung zur CMS-Migration.
Wann sich der Wechsel lohnt, und wann nicht
Der häufigste Anlass ist kein Wunsch nach WordPress, sondern ein Datum: Die eingesetzte Version läuft aus der Pflege. Dann steht ohnehin ein Projekt an, entweder das Upgrade im alten System oder der Wechsel. Das sind die Daten, die die Projekte selbst nennen (alle abgerufen am 11.10.2026):
- TYPO3 v11: kostenlose Updates endeten am 31.10.2024.
- TYPO3 v12: von der Community unterstützt bis 30.04.2026, also beendet.
- TYPO3 v13: kostenlose Sicherheitsupdates bis Oktober 2027.
- Joomla 5: Fehlerbehebungen bis 13.10.2026, Sicherheitsupdates bis 12.10.2027.
- Joomla 6: Fehlerbehebungen bis 17.10.2028, Sicherheitsupdates bis 16.10.2029. Ältere Serien führt die Roadmap nicht mehr.
- Drupal 7: Sicherheits-Support endete am 05.01.2025.
- Contao: Die Phasen je Version zeigt der Release-Plan von Contao. Daten daraus nennen wir hier nicht, weil wir sie nicht im Wortlaut zitieren konnten.
Wortlaut: Supportzeiträume von TYPO3, Joomla und Drupal (abgerufen am 11.10.2026)
The free support for TYPO3 v11 LTS, including maintenance and security updates, ends on 31 October 2024. […] Your TYPO3 v11 LTS installation will not stop working on that day. Your site will continue to be fully operational but will not receive further free security updates. […] We continue to support the current stable version of TYPO3 v12 LTS until April 2026. TYPO3 v13 LTS release will receive free security updates until October 2027.
— TYPO3 News, 03.10.2024: TYPO3 v11 LTS End of Free Support
Following the official TYPO3 lifecycle and deprecation policy, each LTS version receives updates for 1.5 years (the regular maintenance phase) and another 1.5 years for priority bug fixes (e.g. security updates). This results in a total support period of 3 years, all for free. […] ELTS provides three extra years of support, planning time, and peace of mind.
— ebenda
The TYPO3 CMS community supported from 2023-04-25 until 2026-04-30. Extend your support now until 2030-04-30 to get access to the latest security and compatibility updates for this version.
Joomla! 5.x […] End of regular bugfix Support for 5.x: 13 October 2026. End of security fix only Support for 5.x: 12 October 2027. Joomla! 6.x […] End of regular bugfix Support for 6.x: 17 October 2028. End of security fix only Support for 6.x: 16 October 2029.
— Joomla! Project Roadmap, zuletzt aktualisiert am 02.10.2026
Drupal 7 security support has ended as of 5 January 2025.
Wann wir abraten: Ihre Version wird noch gepflegt, Ihr Team arbeitet gut damit, und der Wechsel soll nur passieren, weil WordPress verbreiteter ist. Dann ist das Upgrade im eigenen System der kleinere Schritt. Bei TYPO3 gibt es außerdem den kostenpflichtigen verlängerten Support (ELTS), der Zeit für die Entscheidung verschafft.
Selbsttest: Lohnt sich der Wechsel für Sie?
Haken Sie an, was auf Ihre Seite zutrifft. Die Zeilen beschreiben Ihre Lage, kein Urteil über das System.
Das spricht für den Wechsel
Auswertung: Ein Haken allein ist noch kein Grund. Ab zwei Haken lohnt es sich nach unserer Einschätzung, das Upgrade-Angebot und eine Migration nebeneinanderzulegen. Das ist ein Erfahrungswert, keine Messung.
Das spricht fürs Bleiben
Auswertung: Mit drei oder vier Haken hier und keinem oben würden wir Ihnen vom Wechsel abraten. Eigens programmierte Erweiterungen sind der Punkt, der eine Migration am stärksten vergrößert, weil es dafür in WordPress nichts Fertiges gibt.
Was TYPO3, Joomla, Drupal und Contao beim Umzug unterscheidet
Der Unterschied liegt darin, ob es für Ihr System ein fertiges Import-Werkzeug gibt. Das offizielle WordPress-Handbuch führt die Importer auf:
- Joomla: Das Handbuch nennt das Plugin „FG Joomla to WordPress“, getestet mit Joomla 1.5 bis 4.0.
- Drupal: Das Handbuch nennt „FG Drupal to WordPress“ für Drupal 4 bis 9 und ein zweites Plugin für Begriffe, Inhalte, Medien, Kommentare und Nutzer.
- TYPO3 und Contao: Im Handbuch steht kein Importer. Der Weg führt über einen Export aus der Datenbank oder als XML- oder CSV-Datei, der dann Feld für Feld zugeordnet wird.
Wortlaut: WordPress-Handbuch „Importing Content“ (abgerufen am 11.10.2026)
For Joomla you can use FG Joomla to WordPress. This plugin has been tested with Joomla versions 1.5 through 4.0 on huge databases.
FG Drupal to WordPress. This is compatible with Drupal 4, 5, 6, 7, 8 and 9. Drupal2WordPress Plugin. Use this plugin to import terms, content, media, comments and users.
The WP All Import plugin can import any XML or CSV file.
If your import process fails, it still may create some content. When you resolve the error and try again, you may create duplicate data.
— WordPress Advanced Administration Handbook, Importing Content, zuletzt aktualisiert am 07.07.2025
Ein Importer überträgt Inhalte, nicht die Seite. Nach unserer Erfahrung entscheidet etwas anderes über den Aufwand: wie stark die Inhalte in eigene Felder, Inhaltselemente und Beziehungen zerlegt sind. Ein Joomla-Auftritt aus Beiträgen und Kategorien passt fast von selbst in WordPress. Eine TYPO3- oder Drupal-Seite mit eigenen Inhaltstypen braucht zuerst ein Zielbild: Was wird Seite, was Beitrag, was ein eigener Inhaltstyp mit Feldern?
Was erhalten bleibt, und was nicht
Kommt mit:
- Texte, Überschriften und Bilder samt Alternativtexten
- Kategorien, Schlagwörter und Autoren
- Seitentitel und Beschreibungen für Suchmaschinen, wenn sie mit exportiert werden
- jede bekannte Adresse, als 301-Weiterleitung auf die neue Seite
- PDF-Dateien und andere Downloads. Google erinnert ausdrücklich daran, weil sie oft eigene Besucher aus der Suche haben.
Wird neu gebaut:
- Design-Vorlagen: Kein System kann die Vorlagen eines anderen lesen.
- Erweiterungen: Für jede Funktion wird ein WordPress-Plugin gesucht oder die Funktion neu programmiert.
- Formulare, mit neuem Empfänger und neuer Prüfung
- Rechte und Rollen der Redakteure
Hängt vom System ab: Nutzerkonten mit Passwörtern, Sprachversionen mit ihrer Zuordnung und Kommentare. Das zeigt erst der Blick in die Datenbank.
Ablauf einer Migration in fünf Phasen
Die Reihenfolge folgt der Anleitung von Google für Websites, deren Adressen sich ändern. Ihre alte Seite bleibt bis zur letzten Phase unverändert online.
- Inventur. Alle Adressen sammeln, die Besucher oder Google kennen: aus der Sitemap, aus der Search Console und aus den Serverprotokollen. Dazu Inhaltstypen, Sprachen, Formulare und Erweiterungen auflisten.
- Zielbild und Testsystem. Festlegen, was in WordPress Seite, Beitrag oder eigener Inhaltstyp wird. WordPress entsteht auf einer Testadresse, die Suchmaschinen nicht sehen.
- Datenübernahme. Mit Importer oder Export-Datei, als wiederholbarer Lauf. Das Handbuch warnt, dass ein abgebrochener Import doppelte Einträge hinterlassen kann; deshalb wird zuerst auf dem Testsystem geübt.
- Adress-Zuordnung. Jede alte Adresse bekommt ihre passende neue. Google rät davon ab, viele alte Adressen pauschal auf die Startseite zu leiten.
- Umschalten und beobachten. Weiterleitungen aktivieren, neue Sitemap einreichen, Fehlerberichte in der Search Console prüfen. Google rechnet bei mittelgroßen Websites mit einigen Wochen, bis die neuen Adressen die alten ersetzen.
Wortlaut: Google Search Central, „Website migrieren“ (abgerufen am 11.10.2026)
Nimm die Änderungen an deiner Website nacheinander vor. Wenn du beispielsweise deine Website zu einem neuen Domainnamen verschieben, dein Content-Management-System (CMS) ändern und deine Website mit einem neuen Layout aktualisieren möchtest, führe diese Änderungen nacheinander aus.
301- und andere permanente Weiterleitungen haben keine negativen Auswirkungen auf den PageRank.
Im Allgemeinen dauert es bei mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger, bis Google nach und nach die neuen URLs anstelle der alten anzeigt.
Vermeide nach Möglichkeit, eine größere Zahl alter URLs zu einer einzelnen irrelevanten Ziel-URL weiterzuleiten, zum Beispiel zur Startseite der neuen Website. Das kann Nutzer verwirren und als soft 404-Fehler gewertet werden.
Behalte die Weiterleitungen möglichst lange bei, generell mindestens für ein Jahr.
— Google Search Central, Websiteverschiebung mit URL-Änderungen, zuletzt aktualisiert am 09.09.2026
Was Sie selbst tun können, und wo es aufhört
Selbst schaffen Sie:
- Version nachschlagen und mit der Liste oben vergleichen. Sie steht im Verwaltungsbereich Ihres Systems.
- Adressen sichern: Sitemap speichern und in der Search Console die Seiten mit Klicks exportieren. Das ist die Grundlage jeder Zuordnung.
- Upgrade-Angebot einholen, bevor Sie über den Wechsel entscheiden. Erst der Vergleich zeigt, was günstiger ist.
- Bei einer kleinen Joomla- oder Drupal-Seite: den Importer aus dem Handbuch auf einer Testinstallation ausprobieren und ansehen, was ankommt.
Die Grenze: Sobald eigene Inhaltstypen, mehrere Sprachen oder programmierte Erweiterungen im Spiel sind, ist das Zielbild Facharbeit. Und eine Adress-Zuordnung mit Lücken fällt erst auf, wenn Besucher auf Fehlerseiten landen. Das ist unsere Einschätzung aus der Arbeit an Migrationen, keine Messung.
Nicht jede Seite braucht eine CMS-Migration:
- Wix, Jimdo oder ein anderer Baukasten: Dafür gibt es den Baukasten-Umzug und die Anleitung Von Wix oder Jimdo zu WordPress.
- Schon auf WordPress, nur der Hoster wechselt: Das ist der WordPress-Umzug.
Unser Angebot
Die CMS-Migration zu WordPress führen wir komplett durch oder begleiten Ihr Team dabei. Weil keine zwei Migrationen gleich groß sind, steht dort kein Kaufknopf, sondern eine Anfrage: Sie nennen die Adresse Ihrer Seite und bekommen eine kostenlose Ersteinschätzung, danach ein verbindliches Angebot. Raten wir vom Wechsel ab, sagen wir das auch.
Quellen
Alle Quellen auf einen Blick (abgerufen am 11.10.2026)
- TYPO3 News, 03.10.2024: TYPO3 v11 LTS End of Free Support
- get.typo3.org: TYPO3 12 ELTS
- TYPO3 CMS Development Roadmap
- Joomla! Project Roadmap, zuletzt aktualisiert am 02.10.2026
- drupal.org: Drupal 7 End of Life
- Contao Release-Plan
- WordPress Advanced Administration Handbook: Importing Content, zuletzt aktualisiert am 07.07.2025
- Google Search Central: Websiteverschiebung mit URL-Änderungen, zuletzt aktualisiert am 09.09.2026
- W3Techs: Usage statistics of content management systems, Stand 11.10.2026
Häufige Fragen
Gibt es ein Plugin, das TYPO3 oder Contao automatisch nach WordPress überträgt?
Das offizielle WordPress-Handbuch „Importing Content“ nennt Importer für Joomla und Drupal, aber keinen für TYPO3 oder Contao (developer.wordpress.org, abgerufen am 11.10.2026). Für diese Systeme werden die Inhalte aus der Datenbank oder als XML- oder CSV-Datei exportiert und dann zugeordnet; das Handbuch nennt dafür das Plugin WP All Import. Das ist Handarbeit je Inhaltstyp, kein Knopfdruck.
Muss ich wechseln, wenn meine TYPO3- oder Joomla-Version keine Updates mehr bekommt?
Nein. Sie haben drei Wege: das Upgrade auf die aktuelle Version im selben System, bei TYPO3 den kostenpflichtigen verlängerten Support (ELTS) der TYPO3 GmbH für drei weitere Jahre, oder den Wechsel. TYPO3 schreibt selbst, dass eine Seite nach dem Supportende weiterläuft, aber keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr erhält (Wortlaut im Abschnitt zu den Supportzeiträumen).
Kann ich das Design meiner alten Seite nach WordPress mitnehmen?
Nicht als Datei. Jedes System hat eigene Vorlagen, die WordPress nicht lesen kann. Das Aussehen wird in einem WordPress-Theme nachgebaut oder bei der Gelegenheit erneuert. Logo, Farben, Schriften und Bilder bleiben Ihre und kommen mit.
Wie lange müssen die Weiterleitungen nach dem Wechsel bestehen bleiben?
Google empfiehlt: „Behalte die Weiterleitungen möglichst lange bei, generell mindestens für ein Jahr.“ Aus Nutzersicht sei es ideal, sie ohne zeitliche Begrenzung beizubehalten (Google Search Central, „Website migrieren“, abgerufen am 11.10.2026).
Sollte ich mit dem CMS-Wechsel gleich Domain und Design ändern?
Google rät, nicht alle Änderungen gleichzeitig vorzunehmen, und nennt genau dieses Beispiel: neue Domain, neues CMS und neues Layout nacheinander (Wortlaut im Abschnitt zum Ablauf). Wer alles auf einmal ändert, kann hinterher nicht mehr sagen, welche Änderung eine Schwankung ausgelöst hat.
Wie verbreitet sind TYPO3, Joomla, Drupal und Contao noch?
W3Techs nennt am 11.10.2026 weltweit: WordPress auf 40,1 % aller Websites, Joomla auf 1,1 %, Drupal auf 0,6 %, TYPO3 auf 0,4 % und Contao auf 0,1 %. Werte nur für Deutschland stehen in dieser Übersicht nicht. Ein kleiner Anteil sagt nichts über die Qualität eines Systems, aber etwas darüber, wie leicht Sie jemanden finden, der es betreut.