Erst einordnen: Fehler oder Einbruch?
Die beiden häufigsten Notfälle sehen von außen ähnlich aus, brauchen aber eine völlig andere Behandlung. Ein Fehler hat fast immer einen Auslöser, an den Sie sich erinnern: ein Update von WordPress, Theme oder Plugin, eine Umstellung der PHP-Version beim Hoster, ein neues Plugin, ein Umzug. Die Seite zeigt dann eine Fehlermeldung, bleibt weiß oder lädt ohne Gestaltung.
Ein Einbruch hat dagegen selten einen sichtbaren Auslöser. Die Seite läuft oft scheinbar normal weiter, während im Hintergrund fremde Admin-Konten angelegt, Besucher umgeleitet oder Spam-Mails verschickt werden. Typische Hinweise sind Warnungen im Browser oder bei Google, eine Sperre durch den Hoster, unbekannte Benutzer oder Plugins, die Sie nie installiert haben. Im Zweifel hilft der kostenlose Malware-Scanner weiter unten bei der ersten Einordnung.
Was Sie in den ersten Minuten tun sollten
Die meisten Schäden entstehen nicht durch den Fehler selbst, sondern durch hektische Rettungsversuche danach. Deshalb gilt in jeder Lage dieselbe Reihenfolge: Erst festhalten, was zu sehen ist, dann den Stand sichern, dann handeln.
- Fehlermeldung wörtlich notieren oder als Bildschirmfoto sichern, samt Uhrzeit.
- Aufschreiben, was zuletzt geändert wurde: Update, neues Plugin, Hoster-Umstellung.
- Beim Hoster nachsehen, ob es ein Backup von vor dem Problem gibt, aber noch nichts zurückspielen.
- Nichts löschen: keine Plugins, keine Dateien, keine Benutzer. Spuren werden später gebraucht.
- Bei Verdacht auf einen Einbruch: Passwörter erst ändern, wenn klar ist, wie der Zugang zustande kam, sonst holt sich der Angreifer das neue gleich mit.
Wie wir einen Notfall bearbeiten
Jeder Eingriff beginnt mit einem Backup des aktuellen Stands, auch wenn der Stand kaputt ist. So bleibt immer ein Rückweg. Danach suchen wir die Ursache und nicht nur das Symptom: welches Plugin, welche Einstellung, welche PHP-Version den Fehler auslöst. Bei einem Einbruch heißt das zusätzlich, das Einfallstor zu finden, soweit es sich nachvollziehen lässt, denn eine bereinigte Seite mit offenem Einfallstor ist nach kurzer Zeit wieder befallen.
Am Ende steht immer etwas Schriftliches: bei der Soforthilfe eine kurze Zusammenfassung, was war und was wir geändert haben, beim Malware-Notfall ein Abschlussbericht mit Befund, Maßnahmen und Empfehlungen. Reicht die gebuchte Stunde nicht aus, melden wir uns vor ihrem Ablauf mit einer Einschätzung. Weitergearbeitet wird nur nach Ihrer Freigabe.
Damit es nicht wieder passiert
Fast jeder Notfall, den wir sehen, hat dieselbe Vorgeschichte: Updates wurden lange nicht eingespielt, es gab kein aktuelles Backup, und niemand hat bemerkt, dass die Seite schon seit Tagen Probleme hatte. Das lässt sich mit wenig Aufwand ändern. Wer Updates, Backups und Überwachung nicht selbst verlässlich übernehmen kann, gibt sie mit einem Wartungspaket ab.
Wer unsicher ist, welcher Weg der richtige ist, bucht den Beratungs-Call: Ein Entwickler sieht sich die Seite vorher an und sagt, was er an Ihrer Stelle täte. Der Preis des Calls wird auf einen Folgeauftrag angerechnet.